Auf den Spuren des Namens "Sanktanna"

 
  ein Beitrag unseres Heimatforschers Emil  Zimmermann
 
  Im   Jahre  1976  ließ  Herr  Pfarrer Andreas Straub  die  kleine  Mutter
  Mutter-Anna Statue, die vis a vis mit der Sakristei, in einer Nische an
  der Wand zur Bürgerschule stand, renovieren und neu bemalen.
  Zu    Kirchweih   1976  wurde    sie  eingeweiht, wieder  in  die   Nische
  gestellt und hinter einem  Gitter mit  Schloss gesichert.
  Pfarrer Straub  kommt, nach langer Überlegung, zu folgendem Schluss:
  "Diese Statue ist mit großer Wahrscheinlichkeit von den Vorfahren aus
  Deutschland mitgebracht worden." Die Form, Darstellung und Zustand
  läßt diese Ableitung zu.
  Seit ich in der Universitätsbibliothek arbeitete forschte ich immer nach
  Abstammung  unserer Ahnen,  bis  ich auf das Buch:  "Auswanderung
  aus Hohenzollern" stieß.  Da fand ich viele Namen, die in Sanktanna ge-
  läufig  waren. Viele Sanktannaer    stammen  aus  dem Neckartal, aus :
  Glatt, Gruol, Trillfingen, Fischingen, Empfingen, Dettlingen, Dettingen
  Betra, Horb am Neckar und Haigerloch. St.Anna Kirche Haigerloch- Fertigstellung 1756
  Ende August 2009 fuhr Herr Pfarrer Straub und ich nach Horb am Neckar.  
 

Wir trafen uns dort mit einem pensionierten Lehrer, der  uns half das Umfeld zu erkunden. Als wir dort ankamen, sahen

  wir  ein Elektrogeschäft mit dem Firmenlogo: "Elektro Hellstern," auf der anderen Seite  die "Metzgerei Henger", Namen,
  die wir  aus  Sanktanna kannten. Aus  den Büchern erfuhr ich, dass  es  in  Haigerloch, seit  dem 15.  Jahrhundert,   eine
  Wallfahrtskirche zu Ehren der Heiligen Mutter Anna gab.  Das Gnadenbild zu Ehren der Mutter Anna ist  von der alten
  Wallfahrtskirche erhalten geblieben.
 

Dieses Gnadenbild war über Jahrhunderte Ziel vieler Wallfahrer.
  Mit  dieser   Wallfahrtskirche  entstand in  der kleinen Residenzstadt
  Haigerloch die anmutigste Rokoko-Kirche Hohenzollerns, ein Gesamt-
  kunstwerk von europäischem Rang, sozusagen ein Zwiefalten in ver-
  kleinertem Maßstab (Genzmer).
  Diese Wallfahrtskirche von Haigerloch war im 18 ten Jahrhundert noch
  ein  stark besuchter Ort. Der Zulauf zum Sankt-Anna-Fest, aus nah und
  fern, übertraf manchmal die Zahl Zehntausend.
  Die   älteste  uns   bekannte   Nachricht von der Verehrung der Heiligen
  Mutter Anna in Haigerloch stammt aus dem Jahre 1455.
  In der Gnadenkirche fand Herr Pfarrer Straub ein Faltblatt mit Lieder
  zu Ehren der Heiligen Mutter Anna.
  In diesem befand sich auch ein Anna-Lied, das in Sanktanna gesungen
  wurde. Der Refrain heißt: "Wir loben dich, Sankt Anna, heilige Mutter
 

Gnadenbild der Heiligen Anna Selbdritt

Anna, Sankt Anna, bitt für uns."
  Somit war für uns klar, es besteht eine Verbindung von der Wallfahrtskirche Haigerloch und unserem Sanktanna.
   
  Nach  dem  Besuch  in Haigerloch fuhren wir zur Burgruine Wehrstein.

  Der Name Wehrstein war auch in Sanktanna bekannt.
  Des  weiteren  besuchten wir die  Orte: Empfingen, Betra und Horb  am
  Neckar.
  Es ist mit höchster Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass die Auswan-
  derung    aus   dem   Neckartal den Namen  des  Ortes  und der  Schutz-
  patronin von Sanktanna geprägt haben.
  Bevor  wir   aber   nach   Haigerloch  fuhren,  habe ich ein Buch mit 958
  Seiten über Haigerloch und das Heimatbuch " 1200 Jahre Betra", ein
  Buch über die Auswanderung aus Hohenzollern, durchgeforscht.
  Noch  vor  Antritt  dieser  Reise,   haben wir uns einen Bekanntschafts-
  kreis  vor  Ort  aufgebaut, der uns zusätzliche geschichtliche  Informa-
  tionen bereit stellte, ohne die  wir unsere Erkenntnisse nicht bekommen
  hätten.
  Die   Auswanderung  von Hohenzollern war   somit  das  Hauptthema

Innenansicht  Annakirche

  unserer Reise,  in die weite Vergangenheit, in die Zeit und den Ort unserer Ahnen.
       
  Personen mit Folgende Familiennamen wanderten aus dem Neckartal
  nach Sanktanna, die unserem Heimatort den Namen  "Sanktanna"  ge-
  geben  und  gegebenenfalls  die  kleine Mutter Anna Statue  mitgebracht
  haben, welche leider gestohlen wurde.
       
  Wehrstein Henger Abfalder
  Hellstern Weckerle Adler
  Mayer Schwarz Auer
  Eberwein Schiller Aufmut
  Burgruine Wehrstein-Skizze aus dem Jahr 1557 Eberhard Schauer Baumann
  Schmidt Pfeifer Hermann Weber Metzger
  Faulhaber Seifer Merkle Köhler Kitzinger
  Stehle Sickler Rotmüller Ruff Müller
  Grimm Grieb Haas Reinhard Weiss
  Reiter Gaiser Burger Gruber Zimmermann
       

   
  Wahrscheinlich  gibt  es noch andere Namen,  die aus dem Neckartal
  abstammen,  sie waren aber für mich nicht auffindbar.
  In Sanktanna gibt es  ungefähr   173 Familiennamen,  aufgerundet auf
  180  Personen,  stellen  die aus dem Neckartal   einen  Anteil  von  25 % 
  aus dem Kernbesiedlungszeitraum.
   
  Laut Dr. Barba wird in Sanktanna eine fränkische Mundart gesprochen,
  wie    z. B.    Kawāle,   Messāle   etc,  was   aber   noch umfangreicher   zu
  erforschen wäre.
  Ich  bedanke  mich auch auf  diesem Wege bei Herrn Pfarrer Andreas
  Straub,  für seine umfangreiche Unterstützung,  die, die Thematik der
  Reise ins Neckartal begründet.
   

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